Islamic-inventions Aralık 19

War der Islam für die großen Entdeckungen der Menschheit zuständig?


Hamed Abdel-Samad entlarvt Todenhöfer

Wieder einmal betreibt Jürgen Todenhöfer gezielt Geschichtsfälschung und versucht somit das Feindbild “Westen” weiter in den Köpfen vieler Menschen zu befestigen.
Er behauptet auf seiner Seite, dass die islamische Kultur für die großen Entdeckungen der Menschheit zuständig sei und dieses von vielen Nicht-Muslimen gezielt geleugnet würde, um Muslime in ein schlechtes Licht zu stellen.

Dabei vergisst er allerdings, dass der Islam an sich nicht für die Erneuerungen, die Offenheit und die wissenschaftlichen Entdeckungen in der muslimischen Welt zuständig war. Ganz gezielt verdreht JT diese Fakten aber und stellt die Kultur des Islams als entscheidenden Faktor in diesem Zusammenhing hin.

Doch wie sind die historischen Fakten in diesem Zusammenhang?

In seinen Anfängen waren muslimische Herrscher wandlungsfähig und stellten sich nicht gegen Wissen und freies Denken. In Zeiten des Wohlstands ließen die muslimischen Herrscher andere Glaubensrichtungen und Lebensstile zu und übten keine Kontrolle auf das Denken der eigenen Untertanen aus. Diese relative Freiheit und Gelassenheit im Umgang mit Andersdenkenden hat der arabisch-islamischen Kultur im Mittelalter erst zu Stärke und Wohlstand verholfen.

Bis heute wird dies von vielen Muslimen als Argument gegen jede Form der Säkularisierung verwendet. Sie meinen, der Islam habe aus den ungebildeten Arabern erst eine Hochkultur gemacht, die Europa im Mittelalter auf allen Gebieten des Wissens überlegen war.

Sie übersehen dabei, dass der Islam als Glaubenssystem kaum etwas zu dieser Blüte beigetragen hat!

Die arabische Wissenschaft und Philosophie profitierte von persischen, christlichen und griechischen Einflüssen, die die neuen Untertanen in den eroberten Gebieten aus ihren alten Kulturen bewahrten. In Zeiten, als die Scharia kaum eine Rolle spielte, wie in Bagdad und Andalusien im 9. und 10. Jahrhundert, gab es nicht nur ein Nebeneinander der unterschiedlichen Religionen und Kulturen, sondern auch eine teilweise Verschmelzung.
In Andalusien wie auch in Bagdad galten im 9. Jahrhundert die Regeln der Scharia nicht, Alkohol wurde öffentlich getrunken, Gesang, Tanz und erotische Literatur gehörten zum Alltag.

Im 12. Jahrhundert wurde diese Freiheit aber dann durch islamische Theologen abgeschafft. Herrscher, die sich zuvor auf politischer und wissenschaftlicher Ebene von der Scharia entfernt hatten, wurden jetzt durch die islamischen Theologen dazu gezwungen wieder “islamisch-konform” zu herrschen.
Das bedeutete, dass Philosophie mit Gotteslästerung gleichgesetzt und die Bücher des großen Philosophen Ibn Rushd verbrannt wurden.
Der Verfasser, der die Werke des Aristoteles kommentiert hatte, wurde von den islamischen Gelehrten zum Häretiker erklärt und ins Exil geschickt.
Astronomische Werke wurden nicht nur in Bagdad, sondern auch in Cordoba verbrannt. Es gab immer wieder Fälle von Verfolgung, Verbannung, Gefangennahme, Flucht und Verschleppung von Gelehrten.
Die Wertschätzung von Philosophie, Wissenschaft und Malerei in Kreisen der höfischen Elite stand nun in einem Gegensatz zur öffentlich wirksamen Orthodoxie und zur volkstümlichen Religiosität.

“Nach der Vertreibung der Mauren aus Andalusien kam es in keinem islamisch beherrschten Land zu Entwicklungen, die an den dort erreichte Stand der wissenschaftlichen und kulturellen Bildung anknüpfen konnten oder diesen Stand auch nur wertschätzend konservierten. Offenbar fehlen im Islam selbst Triebkräfte für solche Entwicklungen.” (Vilmos Czikkely)

FAZIT

Die Hochkultur, die Todenhöfer als islamisch beschreibt, war in Wirklichkeit ein Produkt der Offenheit und Toleranz in Zeiten, in der das islamische Recht, “die Scharia”, beschränkt oder gar nicht angewendet wurde, und somit der Nährboden für eine fruchtbare und gleichberechtigte Zusammenarbeit der verschiedenen Kulturen auf gleicher Augenhöhe stattfindet konnte.
Genau diese Hochkultur endete da, wo islamische Fundamentalisten auf politischer und wissenschaftlicher Ebene wieder die islamische Rechtssprechung konsequent durchsetzten.