Temmuz 20

Was ist Atheismus?


Atheismus ist eine Bezeichnung für Menschen, die keinen Glauben an Götter haben. Das Wort ‚Atheismus’ geht auf das altgriechische Adjektiv ἄθεος (átheos) zurück. Es bedeutet wörtlich „ohne Gott“ (bzw. „gottlos“).

Die Lebensphilosophie eines Atheisten basiert auf Erfahrungen aus der tatsächlichen Welt und der wissenschaftlichen Methode, unabhängig von jeder willkürlichen Annahme über Autoritäten und Glaubensbekenntnisse.

Typischerweise führt das auch zu einer zusätzlichen Bedeutung, wenn es um die eigene Verantwortung gegenüber Menschen und Natur geht, weil nicht erwartet wird, dass ein Gott eingreift, wenn etwas schief geht.

Viele Atheisten führen ein vollständiges Fehlen von Beweisen für Götter oder andere übernatürliche Wesen an. Sowie auf wissenschaftlichen Grundlagen kann Atheismus auch auf philosophischen, sozialen oder historischen Gründen beruhen. Allerdings gibt es keine Ideologien oder Verhaltensbräuche, an denen Atheisten festhalten.

Was ist mit Agnostizismus?

Atheismus kann mit Agnostizismus verglichen werden, der besagt, dass die Existenz Gottes nicht logisch widerlegt werden kann. Der Hauptunterschied zwischen Atheismus und Agnostizismus liegt vor Allem im Zusammenhang zwischen Glauben und Wissen.

Formen des Atheismus und Agnostizismus

Sowohl Atheismus als auch Agnostizismus werden häufig in einer „starken“ und einer „schwachen“ Form beschrieben.

Schwacher Agnostizismus: Ich weiß nichts über Gott.
Starker Agnostizismus: Keiner weiß etwas über Gott.
Schwacher Atheismus: Ich halte mich mit dem Glauben an Gott zurück und warte auf Beweise.
Starker Atheismus: Es gibt bereits genug Beweise, um sicher zu sein, dass Gott nicht existiert.

Diese Beschreibungen dienen lediglich der Klarheit und Viele würden wohl eine Position zwischen zwei der oberen
Punkte einnehmen, oder eine Variation eines einzelnen.

Gegen welche Götter sprechen sich Atheisten aus?

Ein grundsätzliches Problem mit Religionen ist, dass es keine universell akzeptierte Definition von Gott gibt. Für die drei großen, monotheistischen Religionen – Christentum, Islam und Judentum – beinhaltet der Begriff „Gott“ typischerweise ein übernatürliches Wesen, das das Universum geschaffen hat, und jede erdenkliche Perfektion besitzen kann: Allwissen, Alleskönnen, Güte.

Traditionellere Glaubensformen messen Gott einige übernatürliche Kräfte bei. Nicht selten wird behauptet, dass die
Annahme eines übernatürlichen Gottes eine unwiderlegbare Hypothese ist (was unüberprüfbar bedeutet). Das bedeutet, dass die Wahrheit überjede Aussage, die über Gott gemacht wird, unbestimmbar ist – und daher ohne wissenschaftliche Bedeutung.

Um die Sache noch komplizierter zu machen werden Beschreibungen über Gott von einigen als wörtlich wahr verstanden, von anderen aber wiederum als metaphorisch oder veraltet. Die Regeln, nach denen man Teile eines religiösen Textes als metaphorisch und andere als wörtlich betrachten muss, sind grundsätzlich unklar. Atheisten sind generell der Meinung, dass wörtliche Beschreibungen über Gott unwahr und metaphorische in die Realität übertragen sinn- oder bedeutungslos sind.

Aber ist Atheismus nicht böse?

Die meisten Menschen werden aufgezogen an Gott zu glauben, so dass schon die Idee, dieses imaginäre Wesen zu verlassen, erschreckend ist. Psychologisch kann es sehr schwierig sein ein Atheist zu werden, dank der immerwährenden ideologischen Beeinflussung über viele Jahre hinweg.

Es kann auch einen starken sozialen und familiären Druck dagegen geben, den Glauben der Gruppe in Frage zu stellen. Nicht selten werden Atheisten von Gläubigen fälschlicherweise als sündhaft und unmoralisch dargestellt – was, wie viele andere regelmäßig wiederholte Dogmen, leicht anhand tatsächlicher Beweise vollständig widerlegt werden kann.

Kritik am Atheismus

Was nun folgt ist ein kurzer Überblick über einige häufige Kritikpunkte am Atheismus, welche in drei Kategorien
zusammengefasst werden können.

• Abschätzung des Wahrheitsgehalts
• Konsequenzen des Nichtglaubens
• Das Verhalten von Atheisten

Abschätzung des Wahrheitsgehalts

„Die Toren sprechen in ihrem Herzen: »Es ist kein Gott.«“ [Psalm 14:1, Lutherübersetzung]

Jemanden einen Toren zu nennen macht ihn nicht zu einem. Der Grad der Torheit hängt nur vom Gewicht der Beweise ab, die gegen die Aussage sprechen. Es gibt keine Beweise für Gott, aber sehr viele dagegen.

„Menschen, die Gott erfahren haben, WISSEN einfach, dass Gott existiert!“

Aber wenn ja, welcher Gott ist es dann? Menschen jeder Religion, und auch Atheisten ohne Religion, erfahren mitunter spirituelle Momente. Das zeigt uns nur die Kraft des Gehirns, starke Emotionen, Sensationen und Halluzinationen zu erzeugen. Mit bereits vorhandenen Erwartungen gekoppelt, schafft dies die Vorraussetzungen für religiöse Erfahrungen jeglicher Art.

Innere Erfahrungen können sich sicherlich sehr tiefgründig anfühlen und besitzen kraftvolle, lang anhaltende Effekte, aber sie sind kein Beweis für Gott.

„Atheisten sind genauso dogmatisch wie Gläubige, denn Atheismus beruht auf Annahmen, die ihn nur zu einer weiteren Religion macht.“

Beweise zu erwarten bevor man etwas glaubt ist keine Annahme. Dabei handelt es sich einfach nur um rationellen, gesunden Menschenverstand. Es ist dogmatisch, etwas zu glauben, wofür es keine Beweise gibt.

Anders als Religion gibt es im Atheismus keine Schrift, keinen dogmatisches Glaubensbekenntnis und keinen heiligen Text, dem man folgen muss. Die meisten Menschen, die zu Atheisten werden, werden das aufgrund ihres eigenen Denkens und ihrer eigenen Nachforschungen.

Konsequenzen des Nichtglaubens

Pascals Wette

Der französische Philosoph Blaise Pascal sagte, dass eine Person darauf wetten solle, Gott existiere, weil man alles zu gewinnen hätte, jedoch nichts zu verlieren. Die Wette macht einige großartige Annahmen, indem sie davon ausgeht, dass die Person den richtigen Gott wählt und dass Gott Glaube (oder die Vorgabe zu glauben) schätzt, anstelle von Ehrlichkeit oder kritischem Denken.

Aber Pascals Wette ist auch dahingehend falsch, dass sie behauptet, Religion koste nichts. Religion verbraucht Teile unserer limitierten, realen Lebenszeit, kostet Geld, wenn man dieses an Kirchen abgibt, und fügt reale Schuldgefühle und Furcht zum Leben vieler Einzelner hinzu.

Am wichtigsten ist jedoch, dass Glaub an eine nicht-existente Macht zu schädlichen Entscheidungen führen kann, die auf falschen Annahmen und religiös inspirierter Falschinformation beruhen. Demnach sind schon die Grundlagen der Wette falsch, und es ist besser sich anhand echter Beweise zu entscheiden, ob es einen Gott gibt.

Konsequenzen für die Gesellschaft

Glaube an Gott soll die Gesundheit, Freude und Lebenslänge des Einzelnen verbessern. In der Realität zeigen Studien, dass religiöse Länder mehr Totschläge, Kindesund Erwachsenenmortalität, Geschlechtskrankheiten und Schwangerschaften bei Teenagern, sowie Abtreibungen verzeichnen.

Das Verhalten von Atheisten

„Hitler, Stalin, Mao und Pol Pot waren alle Atheisten, also sind ihre kriminellen Machenschaften auf den
Atheismus zurückzuführen.“

Dieses alte, ausgelutschte Argument ist nachweislich
falsch:

• Hitler war niemals Atheist. Er wurde in eine katholische Familie hineingeboren und hat dem Katholizismus nie abgeschworen. (Video)
• Stalin war ein ex-Seminarist, der die tief verwurzelte Unterwürfigkeit seines Landes gegenüber religiöser Autoritäten nutze, um seine diktatorischen Ziele zu unterstützen.
• Maos Mutter war eine strenggläubige Buddhistin und wollte eine religiöse Karriere für ihren Sohn. Er wurde stattdessen ein strenggläubiger Marxist.
• Pol Pot, der die Ècole Miche besuchte, eine katholische Schule in Phnom Penh, mag Atheist geworden sein, aber seine Kriminalität wurde davon nicht angetrieben.

Stalin, Mao und Pol Pot waren Marxisten-Leninisten. Alle drei versuchten, Religion zu kontrollieren, um alternative Ansichten, die ihre persönlichen politischen Sekten bedrohten, zu unterdrücken. Ihr Art Kommunismus war essenziell eine sekuläre Religion, die Unterwerfung unter „den Staat“, anstelle von Gott erforderte.

„Atheisten sagen, wir wären bloß eine Ansammlung aus Atomen, so dass es keine Moral geben kann. Das heisst, wir können tun und lassen, was uns gefällt.“

Bei Moral geht es darum, in einer Gesellschaft fair zusammen zu leben und andere Menschen mit Vorsicht und Respekt zu behandeln. Die atheistischsten Gesellschaften unserer Erde, wie die in Skandinavien, sind sehr moralisch und ihr Anteil an schwangeren Teenagern, Abtreibungen und Scheidungen ist niedrig. Grundlegende menschliche Moral ist tatsächlich angeboren.

Zusammenfassung

Beim Atheismus geht es darum, das Universum so zu verstehen und zu schätzen wie es wirklich ist, und nicht so, wie wir es uns gerne vorstellen wollen. Wir benutzen Wissenschaft und Tatsachen aus der realen Welt, um uns zu informieren und leiten zu lassen.

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